Pomorska Droga św. Jakuba

Etappe 17: Gąski – Kołobrzeg

Länge: 22,29 km

Gesamt: 383,65 km

Unterkunft: Domki letniskowe Wiga in Kołobrzeg

Etappe 17

Diese Nacht habe ich wieder gut geschlafen. Ich wollte heute morgen gar nicht raus. Und als ich dann raus war, kam ich einfach nicht aus dem Knick, hatte keinen Antrieb, loszugehen. Ein sicheres Zeichen, dass ich eine Pause nötig habe. Und da am Dienstag noch einmal so ein richtig geiler Tag werden soll, werde ich in Mrzeżyno einen Tag Strandurlaub machen, falls Zimmer und Strand o.k. sind.

Aber erstmal zu heute. Der Wind war wieder etwas frischer und bis zum Mittag ließ sich die Sonne auch so gut wie nie sehen. Aber der Weg war richtig schön. Am Anfang, so lange es ging durch den Wald und dann ging ich zum Strand hinunter. In Ustronie Morskie verließ ich den Strand auf der Suche nach einem kleinen Mittagssnack. In Sianożęty holte ich mir schließlich eine Waffel und einen Cappuccino, bevor ich wieder zum Strand ging. Diesen habe ich erst wieder verlassen, als es bereits in Kołobrzeg absolut nicht mehr weiter ging.

Von Kołobrzeg war ich erstmal entsetzt. Das erste was ich sah und hörte, hat so richtig das Klischee bestätigt. Schrammelkurparkmusik von einem Alleinunterhalter, alte Leute die sich dazu selig Torte hineinschaufeln. Und riesige Hotelbettenburgen. Ja, ich werde demnächst auch 64, aber so alt möchte ich nicht werden, dass ich da auch selig Torte schaufle. Bitte versteht mich nicht falsch, wem es gefällt, der darf und soll das genießen. Und es muss ja auch nicht jeder Deep Purple und Rammstein gut finden, aber für mich war das halt ein Schock. Auch die Gegend, in der ich wohne, Bettenburgen wohin man schaut, und dazwischen eine kleine Bungalowanlage, in der ich wohne. Ich hoffe, dass Kołobrzeg morgen, wenn ich durch die Altstadt die Stadt verlassen werde, ein besseres Bild in mir hinterlässt.

Bettenburgen in Kołobrzeg

Die Bungalows sind hübsch, sparsam aber zweckmäßig möbliert. Sogar Seife und Duschgel ist in dem günstigen Preis enthalten.

Abendessen war ich auch schon, es gab Placek po wegiersku (also ungarische Kartoffelpuffer) mit Gulasch. Extrem lecker, aber ich habe nicht alles geschafft.

Lecker, aber zu viel

Als ich schon am Essen war, haben zwei deutsche Pärchen an meinem Tisch Platz genommen. Die waren an Jahren sicher jünger als ich, aber durch ihre Gespräche steckte ich sie automatisch in die Gruppe der o.g. Tortenschaufler. Ich habe mich bewusst nicht als deutschsprachig zu erkennen gegeben, um nicht zugeben zu müssen, dass ich keine Gebrechen habe und ich mich rundum wohl fühle. Erst als ich gegangen bin, habe ich auf deutsch gegrüßt.

Wie schon geschrieben, geht’s morgen nach Mrzeżyno und vielleicht bleibe ich dort einen zusätzlichen Tag. Die Strecke wird wieder ca. 25 km betragen. Dabei werde ich auf jeden Fall die 400 schaffen.

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