Auf dem CF,  Camino a Fisterra

27.12., Tag 2, Negreira – Monte Aro

Tageskilometer: 27,38
Gesamtkilometer: 61,40

Manchmal wünscht man sich, die Wetterfrösche irren sich, aber diesmal hatten sie Recht.

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es kurz vor Sonnenaufgang um 9.00 Uhr bei leichtem Nieselregen los. Da für den ganzen Tag leichter Regen angesagt war, verzichtete ich auf den Regenponcho und begnügte mich mit Regenjacke und Überzieher für den Rucksack. Das hat auch voll und ganz gereicht.

Wenn sich der Nebel verzieht, könnt Ihr hinter mir Pornos sehen. So heißt der kleine Ort tatsächlich.

Es hat immer mal wieder genieselt, nur als ich kurz vor der Herberge den Gipfel des Monte Aro erklommen hatte und dem Wind voll ausgesetzt war, regnete es etwas stärker. Trotz Regen und Nebel kam ich gut voran. Was störte, war die Tatsache, dass gefühlt heute über die Hälfte des Weges über Asphalt führte, teilweise an Autostraßen entlang und das bei dichtem Nebel. Zum Glück sind die Straßen nicht so stark befahren wie in Deutschland.

Wenn ich denn mal nicht neben der Fahrbahn lief, ging’s durch kleine Dörfer, an Rinderweiden vorbei und durch Wälder.

Nach ca. 13 km kam ich in Vilaserio an der ersten geöffneten Bar vorbei, aber mir erschien es noch zu früh für eine Pause, ich hatte ja noch nicht mal die Hälfte geschafft. 2 km weiter in O Cornado sollte die nächste Bar sein, da wollte ich einkehren. Dumm nur, das da nichts war. Also bin ich weiter getrabt. Ca. 8 km vorm Etappenziel habe ich mir dann doch eine Banane und einen Fruchtriegel gegönnt und freute mich auf ein Bocadillo und ein zwei Bier in der Herberge, hatte ich doch schon seit vielen Kilometern die Werbung dafür ständig vor Augen.

Nach 6,5 Stunden waren die reichlich 27 km geschafft, die Herberge erreicht, mein Gesicht wurde lang. Ja, die Herberge ist geöffnet, die zugehörige Bar leider nicht. Selfservice, man kann rein, sich ein Bett aussuchen und gegen 18.00 kommt die Herbergsmutter und wenn gewünscht, gibt es halb 8 auch ein öffentliches Dinner. So steht es an der Tür. Da mich kurz vor dem Aufstieg zum Monte Aro die zwei Koreaner von gestern überholt haben, war ich erstmal erstaunt,, dass ich vorerst der Einzige in Herberge bin. Anderthalb Stunden war ich alleine, dann kam Mr. Yang ein weiterer Koreaner. Ihn hatte ich in Vilaserio überholt.

Gegen 18.00 Uhr kam tatsächlich jemand, ein portugiesisches Pärchen und ein Vertreter der Herbergsmutter, der aber leider nur spanisch sprach. Ich konnte mich aber soweit verständlich machen, dass er verstand, dass ich hungrig sei. Er vermittelt daraufhin ein Telefonat mit der Herbergsmutter Tanja, die erklärte, dass sie gegen 19.00 Uhr da sei und uns bekochen würde, was sie dann auch tat. Bier frisch vom Fass gab es auch. Mr Yang und ich wählten das Tagesmenü. Vorsuppe war eine leckere Kürbissuppe, Hauptgericht nannte sich Schweinelende mit gegrilltem Ei. Das steht hier überall auf der Speisekarte, scheint also eine Spezialität zu sein. Das Ei war gut, ein festes etwas unförmiges Eiweiß, darin ein flüssiger gelber Kern. Die Schweinelende war wie eine Mischung aus Bier- und Kochschinken, vier oder fünf dünne Scheiben. Man konnte es essen, aber bestellen würde ich es mir nicht.

Während wir beim Essen saßen, kamen noch ein Deutscher und ein Nordire direkt aus Santiago. Sie hatten heute 51 km zurück gelegt!

Es wurde ein schöner Abend mit angenehmen Gesprächen in verschiedenen Sprachen.

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